Eine historische Aufnahme der Zeche "Neu-Iserlohn" ist einer aktuellen Aufnahme der Berufsförderungsstätte gegenübergestellt
Historische Aufnahme des Geländes der Justizvollzugsanstalt Bochum-Langendreer

Am 04.05.1849 wurde diese unter dem Namen „Gewerkschaft Münsterland“ gegründet. Das Unternehmen gehörte mehrheitlich den Gebrüdern Müllensiefen, den Gründern der gleichnamigen Glashütte in Crengeldanz bei Witten. 1863 erfolgte die Umbenennung der Anlage in „Neu-Iserlohn“ nach dem Wohnort (Iserlohn) der neuen Geldgeber.

Die Zeche bestand aus zwei Schachtanlagen. Tiefste Fördersohle war ab 1919 die 6. Sohle. Sie lag am Schacht 2 in einer Tiefe von 571 m. Ab 1953 war die Zeche Neu-Iserlohn auf der 6. Sohle mit dem Bergwerk „Robert Müser“ verbunden. Über dem Schacht 2 stand ein für die Harpener Bergbau typisches Tomson-Fördergerüst. Das Fördergerüst ist nicht mehr vorhanden.

1968 erfolgte die endgültige Stilllegung der Schachtanlage.

Am 01.01.1969 wurde die Berufsförderungsstätte, die übergangsweise der JVA Bochum angeschlossen war, mit 104 Ausbildungsplätzen in Betrieb genommen. Sie wurde am 05.11.1969 durch den damaligen Justizminister Dr. Dr. Neuberger in Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Landes NRW und zahlreicher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Als Bildungsträger konnte das Berufsfortbildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes GmbH (bfw) gewonnen werden. Die Ausbildung fand damals in den alten Zechengebäuden statt. Als Unterkunft für die Gefangenen wurden die alten Lampenstuben hergerichtet.

Seit dem 01.01.1971 ist die Berufsförderungsstätte eine selbstständige Einrichtung und trägt die Bezeichnung "JVA Bochum-Langendreer -Berufsförderungsstätte-". Im Jahr 1973 wurde ein neues Pfortengebäude mit Besuchsräumen erstellt. Zwei Jahre später entstand ein neues Schweißereigebäude. Durch diese Erweiterungen konnten die Haftplätze auf 130 erhöht werden.

Um die Haftplatzkapazität noch weiter auszubauen, erfolgte am 27.09.1993 die Grundsteinlegung für das neue Unterkunftsgebäude, das bereits 1995 fertiggestellt und bezogen werden konnte. Seitdem verfügt die Anstalt über eine Belegungsfähigkeit von 204 Haftplätzen.

Mit dem separaten Unterkunftsgebäude wurde auf dem Anstaltsgelände eine Trennung zwischen Wohn- und Arbeitswelt möglich. Damit konnten die Lebensbedingungen in der Anstalt denen in Freiheit weiter angeglichen werden.

In den darauffolgenden Jahren (1995 – 2001) wurden die Ausbildungsbetriebe umfangreich modernisiert und erweitert. Zeitgleich erfolgte eine Grundsanierung aller vorhandenen Gebäude.

Trotz der umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen wurde bewusst darauf geachtet, Relikte aus der Bergbauzeit im Sinne der Industriekultur zu erhalten und damit die Verbundenheit zur Geschichte der Region zum Ausdruck zu bringen.